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3. Juni, 2008

Wahlen ändern nichts…

… sonst wären sie verboten.

Dieser nette Spruch war einer der ersten Berührungspunkte mit der Demokratie. Lang lang ists her. Unsere damalige Sozialkundelehrerin - tapfere Kämpferin an der Startbahn West - hatte es jedenfalls schwer mit uns, wenn wir sie mit derartigen Sprüchen (dieser stammte von einem Grafitti) konfrontierten.

Viele Jahre später muss sich der Kater allerdings eingestehen, dass wohl viel mehr Wahrheit darin steckt, als er sich nach frisch überwundenem DDR-Zoo gewünscht hätte.

Das neueste Beispiel ist dieser unsägliche OB-Wahlkampf. Die im Kater-Briefkasten landende Tageszeitung hat sich ja durchaus Mühe gegeben, die Statements der Kandidaten zu vergleichen. Letzte haben sich darin genauso Mühe gegeben, so um den heissen Brei zu reden, dass sie auch ja nirgends anecken.

Toll … was soll dieser Mist? Ich will endlich mal Politiker, die sich positionieren! Das geht mit dieser Peinlichkeit Waldschlößchenbrücke los und hört bei diversen anderen Investruinen von Dresden auf.

Alle wollen - natürlich - was für die sozial Schwachen und - natürlich - auch was für die Bildung tun. Und ansonsten war da auch nur frisch frei verdaulich geföhnter Bullshit-Bingo-Slang zu lesen. Dafür, dass wir ihnen unsere Steuergelder in den Rachen werfen sollen, kann man ja wohl ein bißchen mehr erwarten.

Also … als aufrechter Demokrat (und Sonntags-Spätaufsteher) wirft man ja seinen Wahlzettel ordentlich in den Briefkasten - ich tue es morgen - aber die Entscheidung fällt letztlich nicht nach dem Kandidaten, sondern dem - wohlgemerkt mittlerweile eher herbeigewünschten - Image seiner Partei. Eigentlich mies - sozusagen das kleinste aller Übel anzukreuzen.

Der Kater wäre ja für mehr direkte Demokratie. So in der Art wie bei einer Firma. Der OB ist der Geschäftsführer und erhält seine Aufträge von den Kapitalgebern - in diesem Fall also von den Bürgern dieser Stadt. Und die könnten ihn dann auch direkt feuern, wenn er Dinge umsetzt, die von den Dresdnern nicht gewollt sind. Und Entscheidungen werden dann von allen gemeinsam - online beispielsweise - getroffen.

Ich wette, dabei würden sehr interessante Ergebnisse herauskommen.

Und möglicherweise auch bessere… ^^

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